Der Corporate Blog: Erfolgsstrategie mit Persönlichkeit

von Ratgeber

Der Corporate Blog ist mittlerweile weit mehr als nur ein Geheimtipp im Content-Marketing. Insbesondere bei jungen Unternehmen und Startups gehört er häufig von Beginn an zum guten Ton. Aber auch bei den „alten Hasen“ beginnt er sich durchzusetzen. Warum sich ein Unternehmensblog auch für Sie lohnt – egal ob Malermeister, Business-Coach oder Olivenöl-Produzent – erfahren Sie heute in diesem Beitrag.

Corporate Blogs sind Blogs, die zu einem Unternehmen gehören und auf der entsprechenden Webseite integriert sind. Rein äußerlich unterscheiden Sie sich eigentlich nicht von einem privaten Blog, doch das Ziel ist hierbei in der Regel ein anderes. Der Blog steht hier nicht im Mittelpunkt des Geschehens, sondern er dient den Firmen als Sprachrohr und Marketing-Instrument: er soll Menschen auf das Unternehmen aufmerksam machen und in das richtige Licht rücken.

Kurz gesagt: es lohnt sich

Zugegeben, ein Corporate Blog lässt sich nicht mal eben so aus dem Ärmel schütteln. Er stellt vielmehr eine kontinuierlich Aufgabe dar und erfordert sowohl Zeit als auch ausreichend Planung. Und dennoch: wenn Sie die Kapazitäten haben, scheuen Sie sich nicht vor dem Aufwand. Richtig umgesetzt kann ein Firmenblog auf lange Sicht ein wahrer Boost für Ihren Erfolg sein!

Die Vorteile im Überblick:

  • Mehr Traffic und besseres Ranking. Ein Blog bietet die Möglichkeit regelmäßig relevante und hochwertige Inhalte zu veröffentlichen. Dadurch werden Sie nicht nur besser im Netz gefunden, sondern auch Google belohnt Sie mit einem höheren Ranking. Auf einer „normalen“ Firmenseite fehlen hingegen meist die Möglichkeiten neue Inhalte zu generieren.
  • Kundengewinnung bzw. Generierung von Leads. Mehr Traffic bedeutet auch mehr potenzielle Kunden. Zwar wird nicht jeder, der über den Blog auf Ihre Seite kommt, auch an Ihrem Angebot interessiert sein. Doch wenn einem User gefällt was er liest, kommt er vielleicht irgendwann wieder zurück oder empfiehlt Sie einem Bekannten weiter.
  • Stärkung von Kompetenz und Vertrauen. Keiner möchte die Katze im Sack kaufen. Durch einen Blog können Sie Ihre Expertise unter Beweis stellen und zeigen, dass sie wirklich Ahnung von der Materie haben.
  • Persönlichkeit. Ein Blog transportiert immer ein Stück Persönlichkeit und eigene Meinung. Dadurch bekommt Ihr Unternehmen ein Gesicht. Es wird viel greifbarer für einen Interessenten. Zudem bietet sich über die Kommentar-Funktion (die bei keinem Beitrag fehlen sollte) eine unkomplizierte Art der Kommunikation.
  • Futter für Social Media. Die meisten Unternehmen sind mittlerweile auf sozialen Plattformen vertreten. Dort stellt man sich oft die Frage: was soll ich nur posten? Wie wäre es mit einem eigenen Blogbeitrag!
  • Themen ausprobieren. Ein Blog eignet sich zudem super, um sich an ein Thema heranzutasten. Eines, bei dem Sie noch nicht wissen, wie Ihre Kunden darauf reagieren.
  • Persönlicher Lerneffekt. Niemand weiß alles – auch nicht im eigenen Business. Sie können Blogbeiträge nutzen, um sich intensiv mit einem Themen auseinanderzusetzen und damit nicht nur Ihren Lesern einen Mehrwert bietet, sondern auch sich selbst.

Was sollte ein Corporate Blog beinhalten?

Es gibt nicht DEN einen perfekten Corporate Blog.

Wichtig ist, dass er lebendig und echt wirkt, zu Ihrem Unternehmen passt und einen Mehrwert für den Nutzer darstellt. Das bedeutet auch, dass Sie gerne Ihre eigene Meinung mit einfließen lassen können. Für rein objektive Recherchen gibt es Zeitungen und Magazine.

Als Inhalte für einen Unternehmensblog eignen sich zum Beispiel:

  • Themen, die mit dem Unternehmen in Verbindung stehen
  • Wertvolle Zusatzinformationen rund um Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens (z.B. süße Rezept-Vorschläge bei einem Schokoladen-Hersteller)
  • Experten-Tipps und Beratung
  • Beiträge von Mitarbeitern (ein einem „Mitarbeiter-Blog“) oder Vorstellung der Mitarbeiter
  • Neuigkeiten aus der Branche

Selbstverständlich können Sie verschiedene Inhaltsformen mischen. Versuchen Sie grundsätzlich Content-Ideen zu finden, mit denen Sie gleichzeitig die Interessen Ihres Unternehmens (i.d.R. mehr Reichweite und Kunden) verfolgen und den Usern einen Mehrwert bieten können.

Dont’s: so besser nicht

Ein Corporate Blog bietet viele Vorteile – wenn er richtig umgesetzt wird. Andernfalls kann es nach hinten los gehen.

Diese Fehler sollten Sie daher unbedingt vermeiden:

  • Ohne Plan und Strategie kommen Sie nicht weit. Sie müssen sich vorab wichtige Fragen stellen, zum Beispiel: Welche Ziele soll der Blog verfolgen? oder Welche Themen sind relevant? Außerdem benötigen Sie einen Redaktionsplan.
  • Ebenso werden Sie ohne die nötigen Ressourcen (Zeit, Mitarbeiter, Geld…) auf halber Strecke verhungern. Für einen lebhaften Firmenblog brauchen Sie ausreichend Kapazitäten.
  • Wer nur alle Schaltjahre oder den obligatorischen Neujahrsgruß „bloggt“, sollte es besser ganz sein lassen. Denn: fehlt ein Corporate Blog wird sich kaum einer fragen „Merkwürdig, wieso hat die Firma keinen Blog? Mit denen stimmt doch was nicht!“. Doch wenn Sie einen haben, der letzte Beitrag allerdings aus dem Jahr 2010 stammt, fragt man sich als User schon eher, was da wohl schief gelaufen ist.
  • Presseartikel, Jubiläums-Berichte, interne Weihnachtsfeiern… interessieren in der Regel niemanden – außer vielleicht die Presse und Ihre Mitarbeiter.
  • Natürlich soll ein Corporate Blog Ihrem Unternehmen einen Nutzen bringen und dem Online-Marketing dienen. Doch das muss der Besucher ja nicht unbedingt sofort merken. Aggressives Marketing kann hier schnell nach hinten losgehen – es weckt Misstrauen und wirkt abschreckend. Insbesondere dann, wenn ein Nutzer sich einfach nur informieren möchte. Außerdem hat das typische Marketing-Geschwafel nichts mehr mit einem Blog zu tun.
  • Nervige Werbeanzeigen von Amazon & Co. haben meiner Meinung nach ebenfalls nichts auf einem Firmenblog verloren. Schließlich möchten Sie nicht hauptberuflich Blogger werden, sondern Ihre Produkte/Dienstleistungen verkaufen. Wieso benötigen Sie dann Amazon? Das wirf wirklich kein gutes Licht auf Sie. (Für einen privaten Blog sind Werbeanzeigen natürlich eine wichtige und akzeptable Einnahmequelle!)
  • Lästern geht gar nicht. Weder sollten Sie Ihre Konkurrenz niedermachen, noch schlecht über Mitarbeiter oder Kunden reden. Auch nicht verpackt als witzige Story. Egal, ob eine negative Meinung nun gerechtfertigt ist oder nicht – es wirft immer ein schlechtes Licht auf Sie und Ihr Unternehmen. Andere in den Dreck ziehen, tun nur diejenigen, die es nötig haben.

Fazit: planen, schreiben … und Tee trinken

Ein  Corporate Blog kann Ihnen mehr Traffic, mehr Vertrauen und letztendlich auch mehr Kunden bringen. Eines sollten Sie bei der ganzen Sache allerdings nicht aus den Augen verlieren: Geduld. Bis ein Blog wirklich messbaren Erfolg zeigt, braucht es Zeit. Es kann durchaus ein Jahr dauern, bis Sie einen signifikanten Anstieg an Besucherzahlen verzeichnen können.

Ich gebe zu, im Vergleich zu Social Media ist das eine halbe Ewigkeit. Doch dafür haben Sie bei einem Firmenblog die volle Kontrolle über Ihre Inhalte und den Datenschutz der User. Und das ist sehr viel wert.

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