In 10 Schritten die eigene WordPress Seite erstellen: von der Domain zur Webseite

von Ratgeber

Ob Reise-Tagebuch, Food-Blog oder Unternehmensseite – viele Menschen träumen von einer eigenen Webseite. Mit WordPress lässt sich dieser Traum leicht erfüllen. Das beliebte Content Management System überzeugt durch hohe Benutzerfreundlichkeit und einem professionellen Auftreten. Doch wer bisher noch keine Webseite hat, stellt sich womöglich die Frage: „Wie zum Teufel bekomme ich meine Storys denn überhaupt ins Internet?“ bzw. „Wie erstelle ich eine WordPress-Seite?“. Wenn das auf Sie zutrifft, sind Sie hier genau richtig.

Was zunächst für Laien unüberwindbar erscheint, ist in Wirklichkeit überhaupt nicht so schwer. In diesem Beitrag erhalten Sie eine Schritt-für Schritt Anleitung, wie Sie Ihre eigene WordPress Seite erstellen: Von der Domain bis zur fertigen Webseite.

Zu Beginn noch eine kleine Anmerkung: Viele Hosting-Anbieter (s. Schritt 2) bieten mittlerweile die Möglichkeit einer „1-Klick-Installation“ von WordPress. Die geht zwar wirklich mit einem Klick, hat aber auch einige Nachteile, da es später beispielsweise durch automatisierte Updates etc. zu Problemen kommen kann. Besser ist es daher, wenn Sie die WordPress Einrichtung manuell vornehmen – und genau das wird hier erklärt. Das sind zwar ein paar Klicks mehr, aber dafür lernen Sie hierdurch direkt ein paar wichtige Basics, die Sie für die Zukunft Ihrer WordPress-Karriere noch brauchen werden.

Also, los geht’s!

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Schritt 1: Domain wählen

Bevor Sie sich mit WordPress auseinandersetzen, müssen Sie sich für eine Domain entscheiden.

Das ist ihre Adresse, unter der Ihre Webseite später zu finden ist (www.beispielseite.de). Diese sollte möglichst prägnant sein und Ihr Unternehmen bzw. Projekt repräsentieren. Wenn möglich, verzichten Sie auf Bindestriche (die sind umständlich einzugeben) und Umlaute, welche auf englischen Tastaturen nicht zu finden sind.

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Schritt 2: Hosting-Anbieter wählen

Als nächstes benötigen Sie einen Webspace für Ihr künftiges Schmuckstück.

 Diesen bekommen Sie von einem Hosting-Anbieter, der Ihnen einen Serverplatz zur Verfügung stellt. Bei dem Anbieter bestellen Sie Ihre Domain, installieren WordPress und hier werden auch die Inhalte Ihrer Webseite auf einer Datenbank gespeichert.

Seien Sie nicht zu voreilig bei der Host-Auswahl, denn ein späterer Wechsel zu einem anderen Anbieter ist zwar möglich, aber doch mit Aufwand verbunden. Außerdem gibt es teilweise lange Vertragslaufzeiten. Im Grunde ist es genau wie mit Ihrem Handyvertrag: ein wenig mehr Recherche zu Beginn, spart am Ende Ärger.

Shared vs. private Hosting

Ich möchte hier nicht zu tief in das Thema Hosting eingehen, doch aber auf die grundlegenden Unterschiede:

  • Shared Hosting: Hier teilen Sie sich einen Server mit anderen Webseiten und damit auch alle damit verknüpften Ressourcen. Quasi eine Art „Web-WG“.
  • Virtual Private Server (VPS) Hosting: Sie bekommen Ihren eigenen Raum auf einem Server. Das wäre dann quasi die Eigentumswohnung.

VPS Hosting hat einige Vorteile, unter anderem was die Schnelligkeit Ihrer Webseite angeht. Wenn Sie es auf eine große Webseite abgesehen haben, die sehr viele Traffic generieren wird, lohnt es sich direkt über VPS nachzudenken. Bei einem kleinen Blog oder einer einfachen Unternehmensseite ist shared Hosting jedoch meist vollkommen ausreichend. Hier buchen Sie ein Paket inklusive Domain(s), Webspace, Datenbank und Email. Empfehlenswert ist z.B. All-inkl. Das Preis-Leistungsverhältnis und die Benutzeroberfläche ist hier sehr gut und es gibt keine Mindest-Vertragslaufzeit!

Eine kleine Anmerkung zum Speicherplatz

viele Hostinganbieter werben in ihren Paketen mit viel Speicherplatz von mittlerweile 50 GB aufsteigend. Das klingt zwar schön und gut, aber bedenken Sie: es ist wie mit zu vielen gratis SMS bei den Handytarifen. In den meisten Fällen braucht man so viel Spielraum gar nicht und ein kleineres Paket von 50 GB Speicherplatz oder weniger ist vollkommen ausreichend. Upgraden können Sie immer noch!

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Schritt 3: Datenbank erstellen für WordPress-Installation

Erstellen Sie jetzt − falls noch nicht vorhanden − eine MySQL-Datenbank im Kundenmenü (Menüpunkt „Datenbank“) Ihres Hosting-Anbieters.

Notieren Sie sich die Zugangsdaten: Datenbankname, Benutzername und Passwort. Diese benötigen Sie in wenigen Minuten für die WordPress Installation.

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Schritt 4: FTP Zugang erstellen

Außerdem benötigen Sie ein File Transfer Protocol (FTP)-Programm um Dateien von Ihrem PC (wie eben WordPress) auf den Host-Server übertragen zu können.

Ich nutze FileZilla, welches Sie kostenlos für Windows oder Mac herunterladen können.

Holen Sie sich den FTP-Zugang zu Ihrem Webspace aus dem Kundenmenü des Hosters (Menüpunkt „FTP Zugänge“) und erstellen Sie dafür noch einen Benutzernamen und ein Passwort. Öffnen Sie das FTP-Programm und richten Sie es mithilfe Ihrer Zugangsdaten ein. Wie das genau geht erfahren Sie hier.

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Schritt 5: WordPress downloaden

Wenn Sie es noch nicht gemacht haben, laden Sie nun WordPress auf https://de.WordPress.org/ runter. Die Software ist absolut kostenlos. Sie erhalten Zip-Files, die Sie auf dem PC entpacken müssen.

Eine kleine Info am Rande: WordPress.org ist nicht zu verwechseln mit WordPress.com. Bei Ersterem handelt es sich um  die kostenlose Software des CMS, welche Sie anschließend für eine selbst gehostete Webseite nutzen können. Bei WordPress.com können Sie direkt einen kostenlosen Blog erstellen und erhalten nach Registrierung eine Subdomain (beispielseite.WordPress.com) und einen kleinen Webspace. Allerdings ist diese Variante wirklich nur für Hobby-Zwecke geeignet. Die Seiten sind nicht sonderlich flexibel, Sie haben immer das Wörtchen „WordPress“ an Ihrer Domain und es gibt keine Plugins (Erweiterungen). Wer eine professionelle Seite aufziehen möchte, für den ist das nichts.

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Schritt 6: WordPress Datei vorbereiten

Bevor Sie mit der Installation beginnen können, müssen Sie ein paar kleine Änderungen in der WordPress Datei vornehmen:

  • Kopieren Sie die Datei „wp-config-sample.php“ und nennen Sie diese „wp-config.php“
  • Öffnen Sie diese Datei mit einem Text-Editor und tragen Sie an den entsprechenden Stellen die zuvor notierten Zugangsdaten Ihrer Datenbank ein:
    • Ihren Datenbanknamen anstatt „database_name_here“
    • Ihren Benutzernamen anstatt „username_here“
    • Ihr Passwort anstatt „password_here“
    • und die Datenbank-Serveradresse anstatt „localhost“ (manchmal reicht hier „localhost“ bereits. Bei manchen Anbietern muss jedoch eine andere URL eingetragen werden, z.B. bei Strato. Diese finden Sie dann bei dem jeweiligen Anbieter.)
    • Nun benötigen Sie noch einen Sicherheitsschlüssel. Sie können sich entweder selbst eine Zahlenkombination ausdenken oder Sie lassen sich über den Link https://api.WordPress.org/secret-key/1.1/salt/ einen Schlüssel generieren. Diesen kopieren Sie und setzen ihn ebenfalls an den entsprechenden Platzhalter in der wp-config.php Datei.
  • Speichern Sie die geänderte Datei

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Schritt 7: WordPress via FTP auf Ihren Webspace hochladen

Öffnen Sie nun das FTP-Programm und loggen Sie sich mit den FTP-Zugangsdaten ein. 

Steht die Verbindung, zeigt das FTP Programm zwei Fenster an: das „Server-Fenster“ und ein „PC Fester“. Laden Sie den Inhalt des entpackten WordPress-Ordners via FTP auf Ihren Webspace. Das funktioniert, indem Sie im „PC Fenster“ den heruntergeladenen WordPress-Ordner per Rechtsklick anklicken und „Hochladen“ auswählen.

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Schritt 8: WordPress installieren

Die eigentliche Installation von WordPress läuft ganz automatisch:

rufen Sie einfach Ihre Domain (www.beispielseite.de) auf oder wenn das nicht klappt „www.beispielseite.de/wp-admin/install.php“ und folgen Sie den Anweisungen, die im Fenster erscheinen. Hier legen Sie auch Ihren Username und ein Passwort für Ihre WordPress Seite fest. Und das war’s eigentlich schon. Ab sofort gelangen Sie über www.beispielseite.de/wp-admin/ in das Backend.

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Schritt 9: Theme auswählen und hochladen

Seien Sie nun ruhig erstmal ein bisschen stolz auf sich, dass Sie es alleine geschafft haben, WordPress manuell zu installieren! 

Anschließend können Sie anfangen die Webseite nach Ihren Wünschen zu gestalten.

Dazu gehört zunächst das passende Theme − so nennen sich die Design-Templates bei WordPress. Hier können Sie durchaus einige Stunden für einkalkulieren, denn die Auswahl an Themes ist riesig! Bei mir hat es sogar Tage gedauert, aber ich habe auch eine chronische Entscheidungsschwäche…

Grundsätzlich gibt es kostenfreie und kostenpflichtige Themes. Die kostenlosen können Sie zum Teil direkt im WordPress-Backend auswählen. Sie sind teilweise schon sehr hübsch, häufig jedoch nicht flexibel genug, um sie individuell anzupassen. Wer eine professionelle Webseite plant, der sollte daher lieber direkt bei den kostenpflichtigen Premium-Themes stöbern, z.B. bei Themeforest.

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Schritt 10: Seite gestalten und Inhalte einfügen – a never ending story…

Nun geht’s ans Eingemachte: Sie gestalten Ihre Seite und befüllen Sie mit Unique Content. Außerdem werden Sie sicherlich das ein oder andere Plugin installieren.

Aus diesem Schritt werden Sie übrigens nie wieder rauskommen. Denn solange Sie Ihre Webseite haben, wird es immer etwas zu verbessern und einzufügen geben. Ich kann Ihnen versichern: fertig wird man nie. Aber das wäre ja auch langweilig, oder? Viel Spaß bei der Gestaltung Ihrer ersten WordPress Seite!

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